Getränke

Kombucha und Wasserkefir selber machen: eine Anleitung für Einsteiger

· von Simone Kägi

Fermentierte Getränke liegen im Trend und stehen inzwischen in jedem grösseren Supermarkt. Selbst gemacht sind Kombucha und Wasserkefir aber günstiger, weniger süss und ein schönes kleines Küchenprojekt. Mit etwas Sorgfalt gelingt beides auch Einsteigern.

Kombucha: fermentierter Tee

Kombucha entsteht, wenn gesüsster Schwarz- oder Grüntee mit einem sogenannten SCOBY fermentiert wird, einer gallertartigen Kultur aus Hefen und Bakterien. Sie bekommen ihn von Freunden, in Bioläden oder online, meist zusammen mit etwas fertigem Kombucha als Starterflüssigkeit.

Für ein 2-Liter-Glas:

  1. 1,8 Liter Wasser aufkochen, 4 Teebeutel Schwarz- oder Grüntee zehn Minuten ziehen lassen.
  2. 120 g Zucker darin auflösen und auf Zimmertemperatur abkühlen lassen.
  3. Tee in ein sauberes Glas füllen, 2 dl Starterflüssigkeit und den SCOBY dazugeben.
  4. Mit einem Baumwolltuch und Gummiband abdecken, nicht mit einem Deckel.
  5. Bei 20 bis 25 Grad, ohne direkte Sonne, 7 bis 12 Tage stehen lassen.

Die Hefen bauen dabei einen grossen Teil des Zuckers ab. Probieren Sie ab Tag sieben mit einem sauberen Strohhalm: Ist das Getränk angenehm säuerlich und nur noch leicht süss, ist es fertig.

Wasserkefir: prickelnd und fruchtig

Wasserkefir wird mit kleinen, durchsichtigen Kristallen angesetzt. Für einen Liter genügen 3 Esslöffel Kristalle, 2 Esslöffel Zucker, eine getrocknete Feige oder einige Rosinen und eine Zitronenscheibe. Alles in einem Glas mit Wasser bedecken, locker verschliessen und ein bis zwei Tage bei Zimmertemperatur fermentieren lassen. Danach abseihen, die Kristalle für die nächste Runde aufbewahren und das Getränk im Kühlschrank lagern.

Hygiene ist alles

  • Gläser und Utensilien mit heissem Wasser reinigen, keine Spülmittelreste.
  • Möglichst Glas verwenden, kein Metall und keine Keramik mit unbekannter Glasur.
  • Schimmel erkennen: Flaumige, grüne, blaue oder schwarze Flecken auf der Oberfläche bedeuten, dass alles weggeworfen werden muss. Braune Fäden und neue, helle Schichten am SCOBY sind dagegen normal.
  • Im Zweifel lieber neu starten.

Zweite Gärung für mehr Kohlensäure

Wer es sprudelnd mag, füllt den fertigen Kombucha oder Kefir mit etwas Fruchtpüree oder Ingwer in Bügelflaschen und lässt ihn ein bis drei Tage bei Zimmertemperatur stehen. Öffnen Sie die Flaschen täglich kurz über dem Spülbecken, damit der Druck nicht zu gross wird.

Was können die Getränke?

Beide Getränke enthalten lebende Mikroorganismen und Säuren, die viele als bekömmlich empfinden. Wissenschaftlich gut belegt ist ein besonderer Gesundheitsnutzen bisher aber nicht. Durch die Gärung entsteht zudem etwas Alkohol, meist unter einem Prozent. Für Schwangere, kleine Kinder und Menschen mit geschwächtem Immunsystem sind selbst fermentierte Getränke deshalb nicht empfehlenswert. Für alle anderen sind sie eine spannende, weniger süsse Alternative zu Limonade.